GS Stephansposching sagt leise „Servus“

Ein außergewöhnliches Schuljahr geht zu Ende, wo es im 2. Halbjahr ein Schulleben, wie man es sich normalerweise vorstellt nur in Ansätzen gab. Hygienepläne, gestaffelter Unterricht in Gruppen und vorsichtiger Abstand prägten das Bild.

Gerade die 4. Klasse traf es besonders, weil sie doch eine Fahrt nach Garmisch, nach überstandenem Übertritt als schönen Abschluss ihrer Grundschulzeit mit ihrer Lehrerin Frau Zink gebucht hatten und im Rahmen des traditionellen Schulfestes normalerweise auch einen würdigen Abschluss bekommen. Nichts davon konnte stattfinden.
Aber ganz ohne Abschied sollte es auch nicht gehen. Am Mittwoch im Anschluss an den Unterrichtstag trafen sich die Viertklässler mit ihren Eltern bei strahlendem Wetter auf dem frisch gemähten Sportplatz. Jede Familie hatte eine Picknickdecke dabei, so dass der nötige Abstand gewahrt werden konnte. In einer kleinen Andacht, die Anja Limbrunner zusammengestellt hatte, blickten die Kinder auf Schönes und Schweres zurück und symbolisierten ihre Gedanken mit Steinen und Blumen, die sie für alle sichtbar nacheinander auf einem Tisch ablegten. Ihre Klassenlehrerin und die Schulfamilie hatten sich noch etwas Besonderes einfallen lassen. Jeder bekam in einen kleinen Rucksack mit dem GS-Logo eine Art Notfallmappe, wo sich viele kleine Dinge befanden, die man beim Start in der weiterführenden Schule gebrauchen kann, z.B. wenn man traurig ist, seine alten Freunde vermisst oder mit dem Komplimente-Stern an seine Talente und Begabungen erinnert wird. Zum Ausklang zündete jedes Kind noch ein Kerzerl an und schickte einen Wunsch mit. Auch Schulleiterin Christiane Schmid hatte einen Wunsch für sie- einen möglichst normalen Start in das erste Schuljahr an ihrer neuen Schule.


Natürlich bedankten sich auch die Schülerinnen und Schüler bei ihrer Lehrerin für die Zeit mit ihr und zwar mit einem wunderbaren Gedicht, das die beiden Jahre toll Revue passieren ließ. Die schöne Atmosphäre im Freien steckte alle an. Es gab sogar im Anschluss bei der einen oder anderen Familie ein kleines Picknick auf dem Rasen. Vielleicht wird aus diesem besonderen, ruhigen Abschied sogar eine feste Größe an der Grundschule, bei der man eben leise „Servus“ sagt.
Ebenfalls „Servus“ sagte Elfriede Zellner, die langjährige Kleinbusfahrerin der Grundschule. Sie wurde bei einem kleinen Stelldichein- ebenfalls mit gebührendem Abstand- in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. 22 Jahre brachte sie die Kinder sicher zur Schule und wieder nach Hause. Das sei ihr immer das Wichtigste gewesen, meinte Frau Zellner.

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