GS Stephansposching darf sich nun Umweltschule in Europa nennen

Groß war die Freude an der kleinen Grundschule, als das Ergebnis der Jury mitgeteilt wurde. Ab jetzt darf man sich Umweltschule in Europa nennen. Es handelt sich dabei um ein Prädikat, das die internationale Stiftung für Umwelterziehung verleiht.

Was brauchte es dazu?

Bereits im abgelaufenen Schuljahr bewarb man sich um diese Auszeichnung und wählte dafür aus den vorgegebenen Jahresthemen (Maßnahmen zum Klimaschutz, Biologische Vielfalt in der Schulumgebung, Nachhaltige Mobilität im Schulumfeld, Regionalität – regionale(r) Ernährung, Konsum, Lebensstil oder ein schuleigenes Thema) zwei für die Schule passende Betätigungsfelder aus.
Zeitgleich wurde das Schulentwicklungskonzept dahingehend angepasst und um ein neues Leitziel ergänzt.

Man machte es sich zur Aufgabe „weniger zu verbrauchen“, den Blick für die „biologische Vielfalt“ in der Schulumgebung zu schärfen und einen eigenen Beitrag dafür zu leisten. Alle standen in den Startlöchern, doch dann kam Corona und „Lernen zuhause“. Das Team der Grundschule ließ sich aber nicht entmutigen und setzte die geplanten Aktionen trotzdem um, zum Teil „daheim“ und im „Präsenzunterricht“. Man beschäftigte sich intensiv mit Bienen, es entstanden tolle, selbst gestaltete Bienenlexika, säte mit Kindern eine Blumenwiese direkt vor der Schule an, gab Wiesensämlinge an Schüler für daheim weiter und platzierte einen Bienenschaukasten direkt vor der Schule, der gerade in den Pausen (als es wieder Präsenzunterricht gab) eine magische Anziehungskraft hatte. Gegen Ende des Schuljahres gab es schließlich noch den Besuch eines Imkers, der Honig vor Ort schleuderte. Da wurde dann die Idee eines eigenen Schulhonigs geboren, mit von Schülern selbst entworfenen Etiketten und einem Verkaufsstand, der in diesem Schuljahr gebaut wird. Darüber hinaus erstellte eine Klasse in Zusammenarbeit mit der TH Deggendorf eine Art blühende Landkarte, für die insektenfreundliche Blühflächen fotografiert und in einer Landkarte festgehalten wurden- mit dem wohlklingenden Titel „Stephansposching blüht auf!“. Dem Thema „Müll und Konsum“ widmete man sich mit zwei Aktionen. Zum einen dokumentierten die Schüler und Schülerinnen den daheim anfallenden Müll, wobei der Plastikmüll im Fokus stand und entwickelten sich dabei zu echten Mülldetektiven. Zum anderen beeindruckten ihre „Upcycling-Ideen“ und deren praktische Umsetzung, durch die so manches Kunstwerk oder praktische Gegenstand entstand. Dazu gab es im Schulhaus sogar eine kleine Ausstellung. „Weniger Verbrauch“ schrieb sich auch das Kollegium auf die Fahnen und verschlankte die Materiallisten für die einzelnen Klassen und reduzierte den eigenen Verbrauch an Kunststoffmaterialen drastisch. 
Umweltschule in Europa zu sein heißt „sich auf den Weg machen“ und ist ein dynamischer Prozess. Es handelt sich um keine Auszeichnung, die man erhält und für immer behält. Für das laufende Schuljahr hat sich die Schulfamilie wieder zwei Themen ausgewählt, die mit verschiedenen Aktionen und ihrer gemeinsamen Umsetzung (fächer- und klassenübergreifend) angegangen werden. Für dieses Schuljahr ist die Pflanzung einer „Hecke mit Vielfalt“ auf dem Schulgelände geplant, das Projekt „Eigener Schulhonig“ und eine Kunstinstallation im Schulhaus zum Thema „Plastik bzw. Einwegverpackung“.

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